Re: Bundestrojaner - Politik und Gesellschaft
Posted by admin on 25 Aug 2008 at 03:02 am | Tagged as: Allgemein
gesellschaftner,
ich kann die spekulative Diskussion nicht ganz verstehen. Es werden
technische Möglichkeiten und die voraussichtlichen Gegebenheiten
vermischt. Zum einen muss man meiner Meinung nach erstmal definieren,
welche Kriminellen man denn eigentlich ausspähen möchte, um dann
darüber zu reden, ob diejenige Zielgruppe mit den in Frage kommenden
technischen Möglichkeiten überhaupt überwachbar ist. Sicher sind
viele “Gelegenheits-Pädophile” (Entschuldigung für die
Verniedlichung) keine IT-Profis, und denen kann man bestimmt mit
einem Bundestrojaner Ihr dreckiges Tun versauen. Doch immer dann,
wenn sich die Zielgruppe es leisten kann, ein tatsächliches Netzwerk
aufzubauen, werden fast alle Aktivitäten ins Leere laufen.
Schließlich zeigt ein Blick in die Gamer-Szene deutlich, dass es nur
weniger Stunden bedarf, um ausgehebelte Zugangsbeschränkungen oder
freie Tools zum Umgehen von Barrieren bekannt zu machen. In einem
kriminellen Netzwerk werden sicher schon lange solche Informationen
ausgetauscht und man kriegt daher bislang (und auch in Zukunft) nur
die Unbedarften. Das Einzige, was helfen würde, wäre der “Angriff”
von innen, d.h. das Installieren von Hard- oder Software im Rahmen
einer genehmigten geheimen Durchsuchung. Und ich denke, nach Abwägung
aller technischen “Fürs und Widers” bleibt keine eine andere
Möglichkeit.
P.S.: Wenn ich kriminell wäre, würde ich tatsächlich einen schönen
netten PC mit meinetwegen Windows laufen haben - und für alles
Kriminelle eine Knoppix-CD einlegen - JAP und Co. kaufen überall, und
bis der Faktor der EINZELÜBERWACHUNG zuschlägt, bei dem die
Provider-gepeicherten Daten nicht mehr ausreichen um jemandem etwas
nachzuweisen, vergehen in den Mühlen dieser Republik Jahre…:-(
Die gesamte Diskussion ist bis auf die verfassungsmässige Grundlage
völlig hirnrissig. Ein jetzt schon bekanntes zukünftiges
Milliardengrab, bei dem ich wieder mal nix verdiene
Gruß
Sönke