Krieg und Volkswirtschaft - Die Inzest-Gesellschaft
Posted by admin on 18 Aug 2008 at 09:02 am | Tagged as: Allgemein
> > DubhMor schrieb am 18. September 2005 8:19
> > > Wir sollten uns daran gewöhnen, daß die Arbeit (wenn wir keinen Krieg
> > > anzetteln) nicht mehr mehr wird. …….
> > Als wenn ein Krieg die Lage irgendwie bessern würde (oder geht es
> > z.b. den USA durch den Irak-Krieg besser?).
>
> 1. ist das kein Krieg sondern ein völkerrechtswidriger Überfall
Für die Auswirkungen spielt es aber zunächst keine Rolle wie man
einen bewaffneten Konflikt rechtlich einordnet.
> 2. ist das ein extrem asymmetrischer Konfikt, sowohl von der
> Waffentechnik als auch von der Leistungskraft der Volkswirtschaften
> her
Ist dann der Iran-Irak.Krieg ein besseres Beispiel. Da waren die
Waffentechnik und die Volkswirtschaften vergleichbarer.
>
> > Ein Krieg herhöht
> > lediglich die Zahl der Invaliden und der Witwen und Weisen. Dazu wird
> > die Infrastruktur noch (zumindest teilweise) zerstört, wenn die
> > kreigshadungen das eigene Staatsgebiet erreichen.
>
> Ich meinte eben diesen “klassischen” Krieg: Früher zogen alle paar
> Jahrzehnte Haufen von Soldateska durch das Land, plünderten,
> brandschatzten, beseitigten die “Marktsättigung” von Gütern und
> Infrastruktur - und anschließend konnte wieder aufgebaut werden. Der
> letzte solche Krieg wird wohl WKII gewesen sein, wenn ich mir die
> Waffenpotentiale so ansehe
Nun bei einigen Kriegen der Vergangenheit waren die Zerstörungen halt
nur auf die eine Seite beschränkt. Vietnam, Afganistan, Kosovo (wie
Schröder mitbomte)
Der letzte längere ehr klassische Krieg bei dem beide Seiten schwere
Zerstörungen davon getragen haben ist nach meiner Erinnerung der
Iran-Irak-Kireg. (Die vielen Bürgerriege sind ja eine extra
Kategorie).
>
> […]
>
> > Uns geht auch keineswegs die Arbeit aus. Da gäbe es eigentlich
> > gewaltige Herausforderungen. So z.B. unsere Wirtschaft auf die
> > Herausforderungen vorbereiten die sich durch die zunehmende
> > energieverknappung ergeben. Dies würde eigentlich gewaltige
> > Investitionen in Forschung und Infrastruktur erfordern.
>
> Wo sollen die herkommen, wenn Banker und Konzernvorstände nur bis zum
> nächsten Quartalsbericht denken?
Und Politker bis zur nächsten Wahl.
>
> > Dann gäbe es
> > auch den Schutz gegen Naturkatasrophen deutlich zu verbessern. So
> > sind die Deiche an der Nordsee keineswegs auf die maximal zu
> > erwaertenden Sturmfluten ausgelegt. Da kann durchaus auf einmal
> > Hamburg, Bremen, Enden etc. unter wasser stehen.Dann bleiben
> > inswischen viele Menschen kinderlos oder hanem höchstens ein Kind,
> > u.a. auch weil es mit der kinderbetreuung nicht klappt (die niedrige
> > Geburtenrate ist mit eine Ursache für die schrumpfende
> > Binnennachfrage und die schlechten wirtschaftlichen Aussichten in
> > D.).
>
> Halt ich schon für ein bisserl komplexer als Du es hier darstellst…
Sicher. Das ist mir auch klar. Aber Diskussionsforen eigenen sich nun
mal nicht unbedingt für komplexe (umfangreiche) Darstellungen.
>
> Aber das sind genau die Themen, die es zu diskutieren gilt - Arbeit
> im klassischen Sinn als Broterwerb gegen Entlohnung ist das von dem
> ich meinte, daß es nicht mehr mehr wird - im Kulturbetrieb gibt es
> schon etliche Initiativen die durch unbezahlte Arbeit und Sponsoring
> durch mittelständische Firmen recht gut funktionieren - wäre sicher
> bei Deichbau und Kinderbetreuung ebenfalls möglich
Dein Einwand mit der Entlohnung ist aus meiner Sicht nur halb
richtig. Nämlich nur bei Tätigkeiten (die zwar sinnvoll sind) aber
keinen finanziellen Nutzen bringen. Bei allen anderen Tätigkeiten
rechtfertigt allein schon der nutzen eine gewisse Entlohnung. z.B.
Deichbau. Ist langfristig billiger als wenn auch nur einamld ei halbe
Norddeutsche Tiefebene (mit Hamburg, Bremen etc.) einaml unter Wasser
steht. Ein besserer Hochwasserschutz an der Elbe oder in New Orleans
wäre auch billiger gekommen als die entstandenen Schäden. Ebenso,
wenn bessere Kinderbetreuungsangebote die Geburtenrate oder die
Beschäftigung von Frauen erhöht, dann wäre dies auch eine Investition
in die Zukunft (mit nutzen in der Gegenwart). Dies würde für Zukunft
mehr nützen als der zum Scheitern verurteilte Versuch das Problem
durch eine kapitalgedeckte Altersverorgung zu lösen.
Auch eine gute Infrastruktur hazt seinen langfrsitigen Nutzen. So
profitiert Südtirol heute noch von den Bewässerungskanälen die man im
Mittelalter angelegt hat. Die USA von den Staudämmen aus der New Deal
Zeit etc. Insofern sind dafür sogar in gewissen Rahmen Schulden zu
vertreten. Beispiele für heute könnten ein besseres Eisenbahnnetz für
Personen und Güter, incl. Interkonnection. Alternative
Energiequellen, wie z.B. Nutzung der Windkraft. Das kann durchaus
langfristig die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes seigern. Ebenso wie
Frankreich mit steigenden Energiepreisen von seinen vielen
Kernkraftwerken stärker profitiert.
>
> Man müßte halt diese “gemeinnützige Arbeit” endlich mal vom Image “da
> schaffen die, die nix anderes können” oder “gepreßte Hartz IV-Leute,
> die zu faul und zu doof zum Arbeiten sind” befreien und solcher
> Arbeit einen eigenen Wert zuordnen.
Ja.
>
…
>
> > Also die Arbeit geht uns nicht aus. Uns fehlt es lediglich an fähigen
> > Politikern!
>
> Bezahlte Arbeit meinte ich…
>
Warum, Politiker werden doch bezahlt ;-). Im Ernst. Ich denke dass es
zum Teil auch eine Folge eines falschen Einsatzes der vorhandenen
Mittel ist. So hätte Wenn man z.B. nicht Massenhaft Leute in die
Frühpensionierung schicken sollen, sondern diese besser dafür
einsetzen um die Infrastruktur (incl. Bildung und Forschung) zu
verbessern. Kurzfristig hätte das an den Ausgaben nicht viel
geändert. aber mittel- und langfristig würde man von den früheren
Investitionen profitieren. Und dies würde neue (finanzielle)
Freiräume eröffnen. Nebenbei, für viele wäre es auch viel
befriedigender gewesen für etwas Sinnvolles gebraucht zu werden als
mit 55 in den Ruhestand geschickt zu werden.