Und wo sind die Medien? - Die Inzest-Gesellschaft
Posted by admin on 26 Jul 2008 at 05:02 pm | Tagged as: Allgemein
gesellschaftann man auf die Politiker eindreschen. Da die große
Mehrzahl nichts weiter als Interessenvertreter irgendwelcher
Lobbyverbände sind, geschieht es ihnen auch recht.
Aber die Funktion der Medien einfach außen vor zu lassen, geht nun
gar nicht. Denn selbige sind nicht nur Vermittler der politischen
Botschaften, sie sind auch deren Filter und - deren Kritiker. Die
öffentliche Meinungsbildung hängt ganz Wesentlich davon ab, welche
Informationen transportiert werden und wie das geschieht. Und wenn
wir uns mal anschauen, was da so abläuft, komme ich jedenfalls zu dem
Schluß, daß die Medien - und zwar alle - mindestens ebenso ihr Fett
abbekommen sollten.
Daß die Medien ihre Aufgabe nur schlecht oder gar nicht erfüllen,
liegt nicht nur an Quotengeilheit, wirtschaftlichen Abhängigkeiten
und dem unausgesprochenen Konsens, sich intellektuell stets am
kleinsten gemeinsamen Nenner der jeweiligen Zielgruppe
entlangzuhangeln. Es liegt auch daran, daß die meisten Journalisten
selbst nicht in der Lage sind, komplizierte und komplexe Themen
ordentlich aufzubereiten, weil ihnen das Wissen und der Horizont
fehlt, die Details zu gewichten, zu beurteilen und in den richtigen
Kontext zu stellen. Jeder hat wohl schon einmal erlebt, daß er
Berichte und Analysen zu einem Fachgebiet, auf dem er selbst Experte
ist, als höchst fehlerhaft, schludrig und inkompetent empfand. Leider
reicht ein solches Ärgernis aber in aller Regel nicht zu der
Erkenntnis, daß das notwendigerweise keine Einzelfälle sein können,
sondern daß die Berichte und Analysen zu anderen Fachgebieten, die
man selbst nur als Laie kennt, im Schnitt ebenso fehlerhaft,
schludrig und inkompetent sein müssen.
Allerdings gibt es einen Lichtblick: Wir haben erstmalig in der
Geschichte der Menschheit die Chance, selbst zu den Quellen der
Information vorzudringen und in der Folge die klassischen Medien nur
noch als Anreger, “Teaser” zu begreifen und nicht mehr als
Übermittler von Wahrheiten.
Es lebe das Netz! Und Tod jedem Versuch der direkten oder indirekten
Zensur.
Und jetzt müssen die Schulen ihre Aufgabe erfüllen, unseren Kindern
den richtigen Umgang mit dieser neuen Möglichkeit beizubringen:
Selber denken!
Aber das wird nicht passieren. Macht ist eine Funktion von Ignoranz -
auf Seiten der Herrscher ebenso wie auf Seiten der Beherrschten. Und
die Medien sind - nomen est omen - mittendrin.