>Das Problem sind nicht die Treittbrettfahrer, die immer schon
gegeben
>hat. Das Problem ist, daß keine soziale Kontrolle ausgeübt wird.
>Staatlich gelten praktisch unbegrenzte Freiheitsrechte (gut so!) und
>Mißbrauch muß erst mal bewiesen werden. Individuelle soziale
>Kontrolle (Zivilcourage) wird nicht praktiziert. Sprecht doch mal
>jmd., der asozial parkt darauf an. Er versteht es nicht (”ich steh’
>hier ja nicht lange”) und es gibt in solchen Situationen keinerlei
>Unterstützung durch umstehende. Das ist bei öffentlichen Gewalttaten
>ebenso. Alle warten dann darauf, daß der ungeliebte Staat das für
sie
>löst.
>
>Ich denke, wir brauche eine neue Kultur der sozialen Kontrolle. DAS
>kann man vielleicht auch von den Affen lernen???
>
Du vergleichst Äpfel mit Birnen oder genauer; Gesellschaft und
Gemeinschaft. Der Affe lebt in einer funktionierenden Gemeinschaft wo
Sanktionen gegen einzelne Mitglieder wegen asozialen Verhaltens
direkt ausgeführt werden können und werden.
Auf der gesellschaftlichen Ebene ist die wesentlich schwieriger, da
sich die Mitglieder meist nicht persönlich kennen und hier erst der
Umweg über den Staat genommen werden muß. Zu langwierig, zu
kompliziert, zu wenig durchschaubar.
Der Trittbrettfahrer nutzt die Solidarität der anderen wenn er sie
braucht, bietet sie aber selbst nicht an. Weil man sich nicht
persönlich kennt wie im Affenrudel, kommt er damit durch.
Unser gesellschaftliches Problem ist der Verlust der Gemeinschaft.
Grüße
Magi