gesellschafte Kommentare dazu: Der Schürer-Report ist
> nicht dazu geeignet, die Gesamtsituation der DDR an sich
> darzustellen, da er bei der Erstellung schon die in der Entstehung
> befindliche Entwicklung berücksichtigte. Das mußte er auch, da er als
> Grundlage für die Zukunftsplanung gedacht war.
Nein, Hauptaugenmerk war die Analyse des Ist-Zustands zur Gewinnung
von Handlungsoptionen: “Ausgehend vom Auftrag des Generalsekretärs
[…], ein ungeschminktes Bild der ökonomischen Lage der DDR mit
Schlußfolgerungen vorzulegen […]”.
> Und da eignet sich der Schürer-Report nicht als Grundlage. Wird aber
>
unglaublich gerne dafür herangezogen. Wer die Möglichkeit besitzt,
> sich mit damaligen Wirtschaftlern der DDR-Führung zu unterhalten, und
> den Wirtschaftlern, die 1990 an der Erarbeitung des Anschlußes an die
> BRD beteiligt waren, sollte dies unbedingt wahrnehmen, es zeigt einem
> Positionen und Perspektiven auf, die man in der bis jetzt angeführten
> Quellensammlung doch arg vermisst.
Kannst du mir denn einige Quellen nennen? So klingt das irgendwie
nach Verschwörungstheorie :-) Bei der mir bekannten Quellenlage war die DDR mit ihrer
Zahlungsbilanz in massiven Schwierigkeiten. Auch ist nicht zu sehen,
wie sie hätte - ohne Hilfe aus dem Westen - da wieder herauskommen
sollen. Die Sowjetunion war dazu nicht in der Lage (siehe Besuch
Krenz
in Moskau vom 01.11.89)
Auch wurde Schalck sofort, zu Verhandlungen nach Bonn gesandt (24.10.
und 06.11.89). Dabei sollte er für ein noch zu verabschiedendes
DDR-Reisegesetz Kredite einwerben. Schalcks Verhandlungsposition war
nach der großen Demo vom 04.11. auf dem Berliner Alexanderplatz
jedoch zu sehr geschwächt.
Wenn die Situation, deiner Meinung nach, nicht so schlimm gewesen
ist, wieso dann die Hektik?