März 2008
Monthly Archive
Finde deine-Gesellschaft
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Posted by admin on 04 Mrz 2008 | Tagged as: Allgemein
> Wie kommst du auf die Idee, ich würde das “übersehen”? Ich glaube, du
> hast mich nur falsch verstanden. Ich wollte die ‘Wende’ nicht
> makellos reden, im Gegenteil, so wie sie dann tatsächlich war, war
> sie alles andere als geglückt.
> Wovor kapitulierte man denn? In diesem Falle vor der Pleite, dem
> Druck des Westens und dem eigenen Volk, dass sich immer mehr in Luft
> aufzulösen begann oder aber auf die Straße ging. Revolution ist der
> aktiv herbeigeführte Umsturz von etablierten Verhältnissen. Und genau
> das war es letzten Endes.
> Ich wollte auch überhaupt keinen “Vorbild-Charakter” der Wende für
> eventuelle Umwälzungsantrengungen zukünftig herbeizitieren. Wie
> gesagt, da hast du mich missverstanden. Ich habe die Wende als
> Beispiel dafür hernehmen wollen, dass man es durchaus schaffen kann,
> sehr viele Menschen von der Schlechtheit der Zustände zu überzeugen
> und davon, sich politisch zu engagieren.
Da habe ich dich dann schon mißverstanden (konnte es erst gar nicht
glauben). Wobei die “Revolution” - würde man die Darstellungen der
Politiker ernst nehmen - in diesem Falle wirklich gelungen wäre,
hätte sie wirklich so stattgefunden. Ansonsten bin ich deiner
Meinung.
> Nana, Alter schützt vor Verantwortung nicht ;o) (im Gegenteil)
Aber leider auch nicht vor Bequemlichkeit, Resignation und
Selbstbetrug (im Gegenteil). Du kannst mir übrigens glauben, daß ich
aus dem üblichen Schema heraus falle. Und so alt bin ich auch wieder
nicht, als 41jähriger konnte ich mir sogar recht vieles erhalten -
was wiederrum zu entsprechenden Kommentaren Gleichaltriger geführt
hat.
> Allerdings ist der Zustand unserer Jugend gerade hinsichtlich Bildung
> und Engagement bisweilen erschreckend. Wie soll man Jugendliche für
> eine friedliche Koexistenz der Kulturen begeistern, wenn man in
> Befragungen unverhohlenen Rassismus serviert bekommt, ohne dass diese
> Kids diesen auch als solchen erkennen? Und genau das ist ja die Basis
> für die Erkenntnis bezüglich der derzeitigen desolaten Weltordnung -
> ein Interesse daran haben, dass alle Kulturen respektiert und
> geachtet werden müssen, dass es keine “besseren und schlechteren
> Rassen” gibt.
Das ist jetzt die völkische Variante. Im Grunde kannst du den Begriff
“Rasse” hier aber auch auf Individuen umsetzen. Der
Selbstverwirklichungsrausch, der schon in meiner Jugend die Leute
benebelte, hat sich heute schier endlos ausgeweitet. Ich war auch mal
Existentialist und glühender Sartre-Verehrer, doch mittlerweile hat
diese Liebe einen ziemlichen Knacks bekommen. Um noch weiter
zurückzugreifen: die Freiheit des Einzelnen darf nicht erst da enden,
wo die des Anderen beginnt, sondern schon in Fragen von Moral und
Ethik an Grenzen stoßen. Da bin ich ziemlich wieder zurück gerudert
und vergebe hier sogar (mit Bauchweh) einen Punkt an den Islam. Wenn
du dir unsere in Selbstsucht und Egoismus versumpfende Gesellschaft
ansiehst, dann wirst du vielleicht auch feststellen, daß Rassismus
eine logische Konsequenz ist und kein eigenständiges Übel. Gottlob
(warum gibt es für dieses Wort denn keine nicht-spirituellen
Synonyme?) begreifen auch immer mehr Menschen von selbst dieses Übel
und wollen aussteigen. Bin seit einigen Jahren sehr vom Buddhismus
beeindruckt, wobei ich eher den fernöstlichen Schulen anhänge und
hoffe, daß der Dalai Lama bald mal krepiert, sonst vergewaltigt der
selbstverliebte Popstar diese Philosophie auch noch bis zum Koma.
> Stimmt. Hat ja bei mir auch ewig gedauert, bis ich anfing, mich
> politisch zu belesen und die Welt etwas aufmerksamer zu betrachten.
> Wenn ich König von Deutschland wär’, …. würd ich als erstes an
> Schulen das Fach “Politische Bildung” ab Klasse 5 einführen.
Hm - ob das was hilft? Du siehst die schlimmsten Faschisten doch mit
Abi in der Tasche herumlaufen. Provokant gesagt kommen immer mehr
Seelen-Zombies aus dem Bildungssystem gekrochen, WEIL es eine
“politische Bildung” ab dem Kindergarten gibt. Die Kids werden doch
von der Nuckelflasche an auf Sozialdarwinismus getrimmt, am
schlimmsten sind die Eltern. Ich sehe abseits von politischer
Farbenlehre hier das eigentliche Grundproblem. Interessant hierzu:
mit wertkonservativen Christen habe ich in der Regel trotz radikal
unterschiedlicher Standpunkte wesentlich weniger Probleme, als mit
sozialdemogrünen Gesellschaftsmanagern. Eine Beobachtung, die mich in
der Geschichte meiner bayrischen Heimatstadt sehr stark beeindruckt
hat: gegen die Nazis hielten Katholiken und Sozialrevolutionäre (die
hier gegenüber den Stalinisten dominant waren) zusammen, obwohl sie
vorher permanent im Clinch waren.
> *räusper*
>
> Also mit einem Alter so um die 30 würde ich nicht sagen, dass man
> mich als “taufrischen” Teenager verkaufen könnte ;oD
Aber du hast auf jeden Fall mehr Zugang zu den Teenies.
> Aber im Grunde hast du Recht. Es muss Mittel und Wege geben, den Kids
> Politik als etwas nahezubringen, dass man nicht unbedingt abstoßend
> finden muss. Jaaa, Politik kann nämlich richtig Spaß machen. Und eine
> Erfahrung hab ich schon gemacht: Gewinne die Kids dermaßen für eine
> Sache, dass sie sie als “ihre” annehmen - und du wirst staunen, wie
> viel Verantwortung und Disziplin 14-jährige dann doch schon an den
> Tag legen können - freiwillig.
Genau richtig, in Sperrschrift sollte dieses “freiwillig” da stehen.
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Brecht-Zitat “alles was um
dich herum geschieht ist Politik” gemacht. Eigentlich wollen sie ja
ganz gerne, aber bei einem Politik-Verständnis, das rein auf
technokratischem Faktenklauben und promovierter Erbsenzählerei fußt,
tun sich die Leute verständlicherweise schwer. Da können sich nur
Antifa-Sabbler und die Brillenschlangen aus der Attac-Gruppe noch
behaupten. Es muß wieder mehr Philosophie in die Politik kommen, da
können Jugendliche viel eher mithalten und den Alten hier und da
sogar noch was vormachen.
> Naja, sieht man sich mal die Entwicklung an, die die Antifa in den
> letzten Jahrzehnten genommen hat, würde ich mal behaupten, dass das
> kein Wunder ist. Ich persönlich halte nicht mehr viel von der Antifa.
> Aus mehrheitlich friedensstiftenden Idealen ist meist nicht mehr viel
> mehr übrig, als frustrierter Extremismus, bei manchen autonomen
> Abspaltungen sogar bis hin zum ideologischen Fanatismus. Wenn ich
> einem Antifa-Aufmarsch beiwohne (ist in meinem Viertel öfter mal der
> Fall), vermisse ich das Ziel, die Zusammengehörigkeit und den Sinn
> der ganzen Aktion.
Reiner Selbstzweck. Die Betonköpfe sind allerdings die paar Prozent,
die sich vorne hinter ihren “Seitentranspis” verkeilen (das finde ich
ja soooo lächerlich, für Freudianer gewiß erhellend). Der Rest der
Leute ist eigentlich sehr okay, man muß nur mal hingehen und mit den
“Mitläufern” reden - da steckt jede Menge Potential drin.
Erfreulicherweise greift der Anarchismus in diesem Spektrum mehr und
mehr und auch wenn du dieser Denkrichtung nicht anhängen solltest,
mußt du erkennen, daß dahinter die Tendenz zu einem Denken, wie ich
es oben angerissen habe, steckt. Der politstrategische Schwachsinn
von Antifa, Anti-Imps und dergleichen wird meiner Überzeugung nach in
den nächsten Jahren bis auf Reste im Rinnstein der Geschichte
verschwinden. Wir dürfen bloß nicht den Fehler machen, von der
Kleiderordnung der jungen Leute auf deren Gesinnung zu schließen.
> Kann ich mir erst daheim zu Gemüte führen, auf Arbeit gibts keinen
> vernünftigen Player.
Lass dich aber nicht von dem Hang zur Gewalt abschrecken, für
Unbeteiligte sind die damaligen Ereignisse nur schwer zu verstehen.
Auch ging es uns nicht um Knall und Rauch, sondern wir wollten dem
appellativen Protest die aktive Blockade entgegensetzen. Nach
Pfingsten war die “Großdemo” für die meisten Autonomen ein gräßliches
Unding, bei dem es automatisch zum Blutrausch kommt und wir hielten
eifrig den bürgerlichen Gruppen entgegen, die nicht auf diese
Ausdrucksform verzichten wollten. Ich denke, an der SIKO in München
sieht man heute recht deutlich, daß der Polizeistaat viel zu weit
voran gekommen ist. Derartige Aufmärsche sind in meinen Augen die
Dinosaurier des Widerstands.
> Ich bin der Ansicht, dass man die Jugendlichen bisweilen überfordert,
> rückt man gleich mit bestimmten Gesinnungen oder subjektiven
> Ansichten an sie heran. Politische Bildung sollte von klein auf etwas
> ganz normales für Kinder und Jugendliche werden. Basis-Wissen und
> Kenntnisstände, über die mehrheitlich wissenschaftlicher Konsens
> herrscht, nicht mehr. Eine Meinung sollten sie sich dann selbst
> bilden. Die meisten der Kids heute haben nicht einmal eine Meinung,
> sondern quatschen den Sülz vom Vordermann nach, nach dem Motto:
> hauptsache überhaupt was sagen, soll ja keiner merken, dass ich nicht
> den Hauch einer Ahnung habe von dem, was der mich da gerade gefragt
> hat”.
Vorsicht! Hier siehst du vordergründig ein affenartiges Nachäffen.
Ich sehe da den zarten Ansatz der sozialen Konditionierung, der in
uns Menschen einprogrammiert ist. Das wird nicht mehr geübt, das wird
durch Vorgaben von Hierarchien ersetzt. Der Ansatz, durch Bildung
würden die Menschen besser, ist doch alt und überholt - das war eine
der Hauptideen der Sozialdemokratie. Am Ende beißt sich jedoch die
Katze in den Schwanz.
Gruß
Anarc
Posted by admin on 04 Mrz 2008 | Tagged as: Allgemein
>> Nein. Selbst wenn eine “Geldhortung” stattfände, wäre dies kein
> Beinbruch. Zins
Posted by admin on 04 Mrz 2008 | Tagged as: Allgemein
> die Postmoderne hat auch mit der Nation Schluß gemacht.
Eigentlich nur oder vor allem in Deutschland. Schon in F, UK, Polen
oder etwa der Türkei, in Russland, den USA oder Spanien oder sonstwo
sieht es anders aus.
> Bleibt also nur das Ego, mit dem ich mich identifizieren kann.
Manche bieten den Deutschen “Auschwitz” als Identifikationsbasis an.
> Das ist imho der tiefe Grund für die Zersplittertheit, den
> verbreiteten grenzenlosen Egoismus.
Der Nationalsozialismus ist die Ursache. Eine Reaktion späterer
Generationen, etwa ab den 60ern wirkungsmächtig, auf das von den
nationalsozialistischen Verbrechen verursachte totale deutsche
Desaster ist das Bestreben gewesen, jegliche positive Identifikation
mit “Land und Leuten” zu desavouieren, kurz zu halten und wie auch
immer zu verhindern. Ich finde das keineswegs unverständlich, für
damals, aber inzwischen schafft uns das mehr Probleme als es welche
löst oder verhindert. Deshalb wirkten die Schröderschen Appelle an
“die Wirtschaft”, mehr Patriotismus zu zeigen auf mich so grotesk.
Dieselben Leute, die mal eben den einzigen nationalen Feiertag
zugunsten einer Lohnnebenkostensenkung abzuschaffen bereit waren und
uns als integrative Reaktion auf den Ritualmord an Theo van Gogh die
Einführung eines islamischen Feiertags nahe legten, fordern von
anderen “Patriotismus”. Wie absurd (schrieb ich eben “integrativ”?
Das wird natürlich auch abgelehnt, denn am fremden Wesen soll der
Deutsche genesen - das scheint doch vielerleuts Gedankengang zu
sein).
Man kann Patriotismus nicht herbei befehlen. Entweder man hat eine
Affinität zum Eigenen, oder man hat sie eben nicht. Multikulturelle
Konzepte in Deutschland scheitern leider daran, dass sie eben diese
Affinität negativ darstellen - dieser Betrugsversuch wird natürlich
mindestens gefühlt, wenn nicht sogar durchschaut. Leute die mir
sagen, hey, nimm den Fremden wie er ist, sonst bist du ein Rassist,
aber wage nicht zu sein, wie du bist, denn dann bist du ein Nazi,
mindestens aber suspekt (”Nase rümpfen”), diese Leute finde ich wenig
glaubwürdig (Holzschnitt, aber der Punkt wird vielleicht klar).
Posted by admin on 03 Mrz 2008 | Tagged as: Allgemein
> Das Koksen betraf nur ihn! Mir geht es ausschließlich um seine
> anderen Laster.
Jo, die waren auch noch schlimmer, keine Frage. Das Koksen, bei dem
immer mehr deutsche Promis erwischt werden, finde ich persönlich
eigentlich eher witzig. Hab mal die Deko auf einer Modenschau von
Wofgang Joop gemacht. LOL - ich hab noch sie solche Schlangen auf der
Toilette gesehen, die ganzen Anzugaffen mußten alle kacken, so dass
sie z.T. zu zweit und zu dritt auf der Kabine waren. Na, wenigstens
waren die Pissoirs immer frei…
> Die geraten auch nie mit dem Gesetz in Konflikt, weil sie das Gesetz
> sind …
In Hamburg ja. Aber nicht alle. Der Papa einer Bekannten - wichtiger
Mann da oben - kam in arge Bedrängnis wegen Kinderpornografie. Zum
Glück kannte er wohl Leute von den Gruhners, Bertelsmanns und
Springers, jedenfalls blieb der Skandal sogar lokal aus.
> Ein Unterschied besteht schon: Sie halten sich nicht für eine
> moralische Institution.
Naja, tut Friedmann das? Ich halte ihn - typisch Fernsehen - für
einen absoluten Zyniker, ähnlich wie die Christiansen oder,
abgeschlagen auf der zweiten Reihe, den Ulrich Meyer. Sehr modern.
Moralisch? Null, die einzige Moral, die so ein Mensch kennt, ist das
Ego. Aber sprichst vielleicht auf den ZdJ an? Naja, eine konservative
und religiöse Organisation, was will man da erwarten?
Gruß, Z.
Posted by admin on 03 Mrz 2008 | Tagged as: Allgemein
>
> > Es sind ja nicht alle deutschen Linken und das Verständnis für den
> > Streik war nie gross und wird immer kleiner in der deutschen
> > Bevölkerung. Dass Du Dein Fähnchen immer in die Windrichtung hängst,
>
> Das ist unredlich, jemanden Opportunismus zu unterstellen, der gerade
> Rückgrad zeigt und sich gegen den Strom stellt.
Au weia. Tummelt Euch doch bitte weiter untereinander, wenns Recht
ist.
> > hast Du mit Deinen z.T. widerlichen Aussagen und Deinen z.T.
> > verlogenen Postings ja schon bewiesen.
>
> Da stimmt auch was nicht. “Widerlich”, “verlogen”? Ich sehe in diesem
> Kontext (und auch darüber hinaus) keinen Anlaß, wo Dir Zetscho
> Vorwand zu solchen Beschimpfungen gegeben hätte. Ausser Du
> interpretierst da etwas hinein, das ist dann aber Deine Sache.
Wenn sich ein Poster in seinen Aussagen ständig widerspricht, wer so
flexibel mit der Wahrheit umgeht, dem traue ich nicht.
> Noch kurz was zu dem benachtbarten Posting, wo Du mir “unter der
> Gürtellinie” vorwirfst: Ich will Dich in keine Ecke stellen. Habe
> mich nur daran erinnert, dass wir uns immer wunderbar verstehen, wenn
> es un Themen geht wie versteckten Antisemitismus. Deshalb hatte ich
> gehofft, dass das Credo eines S. Wiesenthal Dir was bedeutet.
Ist schon Recht, das geht mir nicht nahe. Ich bin selber ein Linker,
das nur so am Rande, ich teile sehr, sehr viele Positionen der
Linken. Aber Ihr “linken” Deutschen (besser Ihr in Deutschland
Lebenden), wenn ich das einmal so pauschal auszdrücken darf, gefallt
Euch in selbstgerechtem Gemotze und dummdreister ideologischer
Festgefahrenheit. (Die gibt es hier in der Schweiz auch, aber sie
sind zum Glück in einer Minderheit, die Linke ist hier mit 1/4 nur
vertreten und die meisten der Linken hier sind pragmatisch).
Ihr seid Eures eigenen Glückes Schmied, und wie man sieht, hämmert
Ihr oft daneben aus reiner verbohrter Prinzipienreiterei. Die 18
Minuten sind ein weiterer Sargnagel für die Linke und die
Gewerkschaften. Die wahren Probleme einer Gesellschaft interessiert
heute fast niemand mehr wirklich. Es schaut nur noch jeder für sich,
egal ob “oben” als Manager oder “unten” als Gewerkschaftsboss. So
richtet man ein Land zugrunde. Viel Spass dabei. Für Euch sind ja
immer “die anderen” Schuld.
So diskutiert doch weiter in bekannter selbstgerechter Manier. Titelt
Andersdenkende weiter als “neoliberal” und “bescheuert” ab. Ich
erlaube mir trotzdem ab und zu eine Bemerkung. Auch hier, wenns
gleich bleibt: EOT für mich.
Posted by admin on 02 Mrz 2008 | Tagged as: Allgemein
>
> So wie dieses tolle “Leasen” von öffentlichen
> Versorgungseinrichtungen wie
> Wasserleitungssystem (leipzig) usw über 100 Jahre an amerikanische
> Kapitalisten?
> > In einem gesunden Staat würde man solches als Verbrechen ahnden, bei
> > uns nennt man es effizient…
Genau. Auch in Köln ist die gesamte Kanalisation an Ami-Kapitalisten
verkauft/geleast. Ein Freund von mir (Sozialwissenschaftler) arbeitet
in der Stadtverwaltung. Dort geht wird sich längst heimlich
gegruselt, was passiert, wenn die Verträge (die hier keine 100 Jahre
mehr laufen) neu verhandelt werden müssen. Dann können die Amis jeden
Preis verlangen, den sie wollen…
Anderes Beispiel: Sogar einzelne Stadtteile die miteinander in
Konkurrenz treten und versuchen gegenseitig sich unerwuenschte
Buerger wie Sozialhilfeempfaenger zuzuschieben und attraktive
Steuerzahler anzuziehen. Es existieren Controlling-Instrumente, nach
denen solche Mitarbeiter belohnt werden, die am meisten Armen, die
wg. Sozialhilfe erscheinen dazu bringen (wie auch immer…) erst gar
keinen Antrag zu stellen. Das wird exakt in einigen Städten gemessen.
Noch eins: ambulante Betreuung von geistig behinderten Menschen muß
Kommune zahlen, stationäre das Land. Also weigert sich die Stadt,
ambulante Einrichtungen zu fördern, auch wenn dadurch dem
Steuerzahler jährlich Millionenbeträge erspart würden, Begründung:
“Wir dürfen ja nicht volkswirtschaftlich denken” Zitat eines
Kreis-Direktors.
Auch Finanzämter unterliegen dem Controlling/Effizienz-Terror: Bei
Aussenprüfungen sind nicht Gesetzesverstösse mehr Maßstab, sondern
aus der erzielten Steuernachforderung div. durch eingesetzter Zeit
wird die entscheidende Kennzahl gebildet. Eine Aussenprüfung, die
einen ehrlichen Steuerzahler zum Ergebnis hat, wirkt sich negativ auf
den Finanzbeamten aus.
Die Pflegekassen setzen mitlerweile Heimbetreiber unter Druck, keine
Tariflöhne mehr zu zahlen!!!
Schließlich kann man schon für ein paar Mark Hilfskräfte aus dem
Ausland besorgen. Auch hier das Argument, die Pflegekasse müsse
schließlich betriebswirtschaftlich denken.
usw. usw.
Posted by admin on 02 Mrz 2008 | Tagged as: Allgemein
>
> > lilywhite schrieb am 1. März 2006 15:35
> >
> > > > http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1
Posted by admin on 01 Mrz 2008 | Tagged as: Allgemein
> > “Im Zuge der Ermittlungen wurde ein jüdischer Bankier aus Frankfurt
> > verhaftet”
>
> Bei jemandem, der immer und überall den Juden rauskehrt, wäre es die
> einzig richtige Formulierung. Er WILL als Jude wahrgenommen werden.
Sogar darüber könnte man streiten - aber jemanden, der es nicht
explizit will, wäre dass dann unangebracht ? Wenn ja, dann gehen wir
ja d
Posted by admin on 01 Mrz 2008 | Tagged as: Allgemein
>
> > Eine um so größere Bedeutung kommt deshalb meiner Ansicht nach der
> > Jugendaufklärung zu. Der Umschwung in der DDR kam maßgeblich deshalb
> > zustande, weil die nachwachsende Generation systematisch darauf hin
> > gearbeitet hat. Innerhalb von “nur” 30 Jahren war genügend Potenzial
> > vorhanden, den Umschwung FRIEDLICH herbeizuführen, weil fast alle an
> > einem Strang zogen. Das ist in Sachen Revolution beinahe historisch
> > einmalig.
>
> Da übersiehst du aber vieles. Den krassen Gegensatz zwischen
> Massenverarmung und überquellenden Reichtum nur wenige Kilometer
> voneinander entfernt zum Beispiel. Oder die Millionensummen, die
> Franz-Josef Strauß dort für keinen nachvollziehbar in irgendwelchen
> Kanälen hat versickern lassen.
Wie kommst du auf die Idee, ich würde das “übersehen”? Ich glaube, du
hast mich nur falsch verstanden. Ich wollte die ‘Wende’ nicht
makellos reden, im Gegenteil, so wie sie dann tatsächlich war, war
sie alles andere als geglückt.
> Was mir auch bis heute unverständlich
> ist, das ist die vergleichsweise kreuzbrave Vopo. Sowas wie in Genua
> war in der DDR offensichtlich nicht möglich. Der Zusammenbruch der
> DDR hat in meinen Augen mehr von einer Kapitulation, als von einer
> Revolution.
Wovor kapitulierte man denn? In diesem Falle vor der Pleite, dem
Druck des Westens und dem eigenen Volk, dass sich immer mehr in Luft
aufzulösen begann oder aber auf die Straße ging. Revolution ist der
aktiv herbeigeführte Umsturz von etablierten Verhältnissen. Und genau
das war es letzten Endes.
> Ich hoffe, du siehst nicht die Möglichkeit von so viel
> Einsicht bei der kapitalistischen Obrigkeit.
Nein. Mit Sicherheit nicht.
> Das wäre trügerisch,
> denn ich glaube leider nicht, daß die Geschehnisse als Meßlatte für
> künftige Veränderungen herhalten können.
Ich wollte auch überhaupt keinen “Vorbild-Charakter” der Wende für
eventuelle Umwälzungsantrengungen zukünftig herbeizitieren. Wie
gesagt, da hast du mich missverstanden. Ich habe die Wende als
Beispiel dafür hernehmen wollen, dass man es durchaus schaffen kann,
sehr viele Menschen von der Schlechtheit der Zustände zu überzeugen
und davon, sich politisch zu engagieren.
> > Genauso müsste es heute in Sachen Weltordnung sein. Ausreichend
> > Anlass zur Gereiztheit ist imho vorhanden. Man müsste nur gezielter
> > die Jugend einbeziehen und sie zu mehr politischer Bildung anhalten.
> > Da ich selbst noch relativ jung bin, sehe ich mich da schon in der
> > Pflicht und auch in der Lage, die Jugend irgendwie zu erreichen.
> > Deshalb studiere ich nebenbei - man muss schließlich Vorbild sein.
>
> Das sowieso. Und da ich schon relativ alt bin, hoffe ich vor allen
> Dingen, daß ihr Jungen die Leute in meiner Generation mit sanften
> aber steten Tritten mal wieder auf die Straße treibt.
Nana, Alter schützt vor Verantwortung nicht ;o) (im Gegenteil)
Allerdings ist der Zustand unserer Jugend gerade hinsichtlich Bildung
und Engagement bisweilen erschreckend. Wie soll man Jugendliche für
eine friedliche Koexistenz der Kulturen begeistern, wenn man in
Befragungen unverhohlenen Rassismus serviert bekommt, ohne dass diese
Kids diesen auch als solchen erkennen? Und genau das ist ja die Basis
für die Erkenntnis bezüglich der derzeitigen desolaten Weltordnung -
ein Interesse daran haben, dass alle Kulturen respektiert und
geachtet werden müssen, dass es keine “besseren und schlechteren
Rassen” gibt.
> Die schlimmsten
> Übel kann ich dir nämlich auf den Schlag nennen: Bequemlichkeit,
> Resignation und Selbstbetrug. Ich kann mir da den Mund fusslig reden,
> denn wenn die mal anfangen ätzend zu werden, dann nur für die Zukunft
> ihrer Kinder und Enkel.
Stimmt. Hat ja bei mir auch ewig gedauert, bis ich anfing, mich
politisch zu belesen und die Welt etwas aufmerksamer zu betrachten.
Wenn ich König von Deutschland wär’, …. würd ich als erstes an
Schulen das Fach “Politische Bildung” ab Klasse 5 einführen.
> Leider stellt hier die Pubertät mit ihrer narzistischen
> Selbstverliebtheit und dem Abstoß-Mechanismus ein natürliches Hemmnis
> dar, weshalb es in erster Linie auf die Protagonisten unter den
> Jugendlichen ankommt -
> schließlich wäre es ausgesprochen blöd, diese
> ganz natürliche Entwicklung angehen zu wollen (was viele in meinem
> Alter bis zum Exzess tun, wohl der reine Neid auf eure Frische).
*räusper*
Also mit einem Alter so um die 30 würde ich nicht sagen, dass man
mich als “taufrischen” Teenager verkaufen könnte ;oD
Aber im Grunde hast du Recht. Es muss Mittel und Wege geben, den Kids
Politik als etwas nahezubringen, dass man nicht unbedingt abstoßend
finden muss. Jaaa, Politik kann nämlich richtig Spaß machen. Und eine
Erfahrung hab ich schon gemacht: Gewinne die Kids dermaßen für eine
Sache, dass sie sie als “ihre” annehmen - und du wirst staunen, wie
viel Verantwortung und Disziplin 14-jährige dann doch schon an den
Tag legen können - freiwillig.
> Bin da mit meiner Wackersdorf-Veranstaltung ziemlich frustrierend auf
> die Nase gefallen. Es gäbe so viel zu diskutieren, doch die
> Antifa-Kids aus dem autonomen Juz hier haben uns verachtet und
> bekämpft - weil wir als Alt-Autonome auf die offensichtlich noch mehr
> abstoßend wirken, als Gewerkschafter und Grüne. Wir sind halt nicht
> in allem einer Meinung.
Naja, sieht man sich mal die Entwicklung an, die die Antifa in den
letzten Jahrzehnten genommen hat, würde ich mal behaupten, dass das
kein Wunder ist. Ich persönlich halte nicht mehr viel von der Antifa.
Aus mehrheitlich friedensstiftenden Idealen ist meist nicht mehr viel
mehr übrig, als frustrierter Extremismus, bei manchen autonomen
Abspaltungen sogar bis hin zum ideologischen Fanatismus. Wenn ich
einem Antifa-Aufmarsch beiwohne (ist in meinem Viertel öfter mal der
Fall), vermisse ich das Ziel, die Zusammengehörigkeit und den Sinn
der ganzen Aktion.
>
> Falls dich das interessieren sollte, so habe ich gerade heute einen
> link auf einen sehr gut recherchierten Beitrag in Radio Z bekommen:
> > http://stoffwechsel.radio-z.net/index.php?mode=show_article