:
> Die Entwicklung von neuen (Reserve-)Antibiotika wird aber
> der Pharmaindustrie überlassen. Welche Firma kann aber eine
> neue Substanzklasse entwickeln, ohne dann damit auch Geld
> verdienen zu wollen ?
>
> Genau hier wäre staatliche Forschungsförderung dringenst nötig.
> Soweit ich das überblicke, ist hier aber ausser Gelaber über die
> zunehmende weltweite Resistenzentwicklung nichts geschehen.
> Die MPG tut nichts, die Frauenhofer-Gesellschaft ist wohl nicht
> richtig zuständig, die Bundesländer sparen wo sie nur können
> und das Bundesforschungsministerium wacht sowieso erst auf wenns
> fette Schlagzeilen gibt (vgl. BSE).
Du legst den Finger in eine offene Wunde.
Wenn man vertrauenswürdige Infos zum Thema Resistenz auf hohem
wissenschaftlichem Niveau sucht, findet man die normalerweise nicht auf
den Seiten des Robert-Koch-Instituts, sondern bei den Centers of
Disease Control.
Dabei wäre das RKI eigentlich für unseren Schutz vor
Infektionskrankheiten zuständig.
Daß an Forschungsförderung bei pharmazeutischen Wirkstoffen nichts
passiert stimmt nur eingeschränkt. Die vielen Startups, die hier in
Deutschland entstehen, sind zumindest am Anfang häufig in einem hohen
Maß mit öffentlichen Fördermitteln finanziert. Leider gehört die
zahlende Öffentlichkeit nicht unbedingt zu den Profiteuren
erfolgreicher Entwicklungen: Die Kosten und Risiken
werden sozialisiert, die Gewinne verteilen sich auf ganz andere Leute.
Und die neuen Wirkstoffe werden dann nicht mal von der Kasse erstattet.
Mal zum Nachdenken: Warum sollten die Gewinne aus der weltweiten
Vermarktung erfolgreicher Arzneimittelentwicklungen nicht weit stärker
als bisher in unser marodes Gesundheits- und Forschungswesen
zurückfließen, wenn dafür öffentliche Forschungsmittel eingesetzt
wurden?
Explizit: Ich meine eine direkte Rückzahlung, keine indirekte durch
(vielleicht irgendwo geleistete) Steuerzahlungen.
Ich schätze, das Modell ließe sich auch auf andere Bereiche von
Wissenschaft und Technik anwenden.
Grüße
microB